Seiten

Donnerstag, 30. April 2009

"Porsche ist ein geiler Club!"

Wendelin Wiedekind war für mich nicht nur aufgrund seines wohlklingenden Namen im Unternehmertum eine Art Vorbild: Er schaffte mit der VW Übernahme das unmögliche: Der, um ein vielfaches, kleinere Porsche, ergatterte mit Aktienoptionen die Mehrheit des VW Konzerns. Aufgrund dieses mutigen Coups erziehlte Porsche im vergangenen Quartal mehr Gewinn als Umsatz; ein Kunststück, ein Kabinettstückchen, das sich schon bald als brotlos erweisen würde, wie Denilson, als er noch für Brasilien kickte.
Nebenbei gehört Porsche zu den attraktivsten Arbeitgebern in Deutschland FÜR Arbeitnehmer. Guter Lohn, moderate Personalchefs und die Möglichkeit ein ein Jähriges, firmenbezahltes Sabbatjahr zu nehmen, wenn man das Gefühl hat, man bräuchte eine Auszeit. Respekt.
Nun aber sieht die Porsche welt etwas anderes aus. Das Unternehmen steckt in der heftigsten Krise seit mehr als 15 Jahren. Es sieht ganz so aus, als hätte sich der Wolfsburger Autohersteller, den Hitler schon sehr zu schätzen wusste, schlicht übernommen. Nach Spiegel Berichten fehlen dem Konzern 3,3 Milliarden Euro. Viel Holz, selbst für den neuen Riesen VWPorsche.
Nun, besondere Zeiten bedarfen besondere Menschen. Daher haben die größten VW Aktionäre einen Mann aus dem Hut gezaubert, der den meisten mehr als bekannt ist. "Ferdinand Piech. Seine Hauptcharakterzüge: machtstrebend, zielstrebig, selbstbewusst. Die Frage wird sein, ob das reicht?
Dass es die beiden Marken in Zukunft noch geben wird, daran zweifelt keiner. Trotzdem steht Porsche vor enormen Herausforderungen, die ansich völlig hausgemacht sind. Man wollte mehr als 42% bei VW, man wollte 75%, später sogar 79%. Damit verhob sich der Sportwagenhersteller und das ist vor allen Wiedekinds Verschulden. Und manchmal, wenn auch nur selten, ist es wie beim Fußball. Da muss der Trainer gehen, wenn er Mist gebaut hat und ein neuer soll es richten. Ob der Trainerwechsel bei Porsche so wirungslos wie die meisten in der Bundesliga sind, bleibt abzuwarten.
Trotzdem bleibt Porsche "ein geiler Club".
Schöne Restwoche!

Blog-Archiv