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Samstag, 7. März 2009

Milk

Gestern war ich in dem Film "Milk." Er handelt vom ersten offen schwulen Stadtrat in San Francisco, der nach nur wenigen Monaten Amtszeit ermordet wurde. In der Hauptrolle Sean Penn, der für die Rolle bekanntermaßen seinen inzwischen zweiten Oscar gewonnen hat. Ich habe "The Wrestler" mit dem unsagbar coolen Mikey Rourke noch nicht gesehen, doch ich bin der Meinung, dass Penn zwar wie immer hervorragend spielt, trotzdem aber fehlt für den begehrten Filmpreis etwas. Das Umwerfende, das fesselnde, das grandiose. All das, was Sean Penn in "Mystic River" gezeigt hat und dafür seinen ersten Oscar 2005 erhielt.
Trotzdem: Der Film ist gut. Er ist unerhaltsam und rührend. Er ist lustig und sehr ernst; vor allem aber ist er authentisch. Der Film zeigt Nichtschwulen vor allem aber Schwule, warum Homosexuelle heute rechtlich annähernd gleich sind. Für Partyschwule, die auf jeder Party zu einem anderen nach Hause gehen, sich Drinks ausgeben lassen, für die unpolitischen stupiden Schwulen, die nichts von Milk und Co wissen, ist dieser Film sogar eine Art Lehrfilm. Das Leben ist nun mal nicht wie Queer as Folk, das war es nie und wird es niemals sein. Das Leben ist Milk - auch heute noch. Ein Blick in den Iran oder Kuba genügt.
Die wichtigste Botschaft, die der Film sendet, ist gewissermaßen das Elementarste gegen Schwulenhass. Gegen Ressentiments und Vorurteile: Das Outiung. Wenn jeder einen Schwulen kennt, und weiß, dass er schwul (oder lesbisch) ist, nur dann werden sie ihre Vorbehalte verlieren, nur dann werden die Menschen Homosexualität als etwas normales ansehen. Und in diesem Punkt sind wir hier in Europa, in den USA, im Westen viel weiter. Es zeigt einmal mehr, dass unser Wertesystem schlicht das bessere ist.

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