Wendelin Wiedekind war für mich nicht nur aufgrund seines wohlklingenden Namen im Unternehmertum eine Art Vorbild: Er schaffte mit der VW Übernahme das unmögliche: Der, um ein vielfaches, kleinere Porsche, ergatterte mit Aktienoptionen die Mehrheit des VW Konzerns. Aufgrund dieses mutigen Coups erziehlte Porsche im vergangenen Quartal mehr Gewinn als Umsatz; ein Kunststück, ein Kabinettstückchen, das sich schon bald als brotlos erweisen würde, wie Denilson, als er noch für Brasilien kickte.
Nebenbei gehört Porsche zu den attraktivsten Arbeitgebern in Deutschland FÜR Arbeitnehmer. Guter Lohn, moderate Personalchefs und die Möglichkeit ein ein Jähriges, firmenbezahltes Sabbatjahr zu nehmen, wenn man das Gefühl hat, man bräuchte eine Auszeit. Respekt.
Nun aber sieht die Porsche welt etwas anderes aus. Das Unternehmen steckt in der heftigsten Krise seit mehr als 15 Jahren. Es sieht ganz so aus, als hätte sich der Wolfsburger Autohersteller, den Hitler schon sehr zu schätzen wusste, schlicht übernommen. Nach Spiegel Berichten fehlen dem Konzern 3,3 Milliarden Euro. Viel Holz, selbst für den neuen Riesen VWPorsche.
Nun, besondere Zeiten bedarfen besondere Menschen. Daher haben die größten VW Aktionäre einen Mann aus dem Hut gezaubert, der den meisten mehr als bekannt ist. "Ferdinand Piech. Seine Hauptcharakterzüge: machtstrebend, zielstrebig, selbstbewusst. Die Frage wird sein, ob das reicht?
Dass es die beiden Marken in Zukunft noch geben wird, daran zweifelt keiner. Trotzdem steht Porsche vor enormen Herausforderungen, die ansich völlig hausgemacht sind. Man wollte mehr als 42% bei VW, man wollte 75%, später sogar 79%. Damit verhob sich der Sportwagenhersteller und das ist vor allen Wiedekinds Verschulden. Und manchmal, wenn auch nur selten, ist es wie beim Fußball. Da muss der Trainer gehen, wenn er Mist gebaut hat und ein neuer soll es richten. Ob der Trainerwechsel bei Porsche so wirungslos wie die meisten in der Bundesliga sind, bleibt abzuwarten.
Trotzdem bleibt Porsche "ein geiler Club".
Schöne Restwoche!
Donnerstag, 30. April 2009
einfach alles
Einen so tollen Menschen
an seiner Seite zu haben,
ist von unschätzbaren Wert.
Und ich bin immer noch
wirklich überwältigt,
dass ich es bin,
der dieses Glück erlebt.
Du bist nicht nur mein Schatz
sondern auch meine Schulter,
mein bester Freund und
mein offenes Ohr.
Du bist alles, einfach alles
für mich.
an seiner Seite zu haben,
ist von unschätzbaren Wert.
Und ich bin immer noch
wirklich überwältigt,
dass ich es bin,
der dieses Glück erlebt.
Du bist nicht nur mein Schatz
sondern auch meine Schulter,
mein bester Freund und
mein offenes Ohr.
Du bist alles, einfach alles
für mich.
Dienstag, 28. April 2009
Schweineblabla
Mit den Katastrophenwarnungen ist es wie mit Steven Seagal Filmen. Sie kommen regelmäßig, keiner mag sie, aber irgendwie muss man sich ihnen annehmen. Gerade in Deutschland, das Paradeland der freudschen Angstlust, ist das Verlangen nach furchtbaren Katastrophen groß (-und das Verlangen nach schlechten Filmen) Deswegen kennt weder der Italiener noch der Engländer das Wort "Klimakatastrophe"
Nach SARS, Maul und Klauenseuche, Vogelgrippe nun die Schweinegrippe. Dass in Deutschland jedes Jahr mehrere zehntausend an der Menschengrippe sterben, interessiert da wenig. Warum auch? By te way: Die Grippe heißt laut WHO "Neue Grippe"; der Begriff "Schweinegrippe" ist irreführend, da dies ein Virus ist, der von Mensch zu Mensch übertragen wird.
Es geht um die Sensationslust, die Lust nach der Angst, nach dem Ungewissen, nach Eilmeldungen von links nach rechts bei N24 und während "Sturm der Liebe" auf ARD.
Sinn macht das ganze nicht. Es stimmt einfach die Relation nicht. Ein Sommerloch ohne Sommer, dafür mit anstehenden Bundestagswahlen. Das gibt doch den Protektionisten und Panikmachern in der Politik richtig Zunder und wirkt wie das Bundestags-Koks in Politikernasen. Seek Hile!
Nach SARS, Maul und Klauenseuche, Vogelgrippe nun die Schweinegrippe. Dass in Deutschland jedes Jahr mehrere zehntausend an der Menschengrippe sterben, interessiert da wenig. Warum auch? By te way: Die Grippe heißt laut WHO "Neue Grippe"; der Begriff "Schweinegrippe" ist irreführend, da dies ein Virus ist, der von Mensch zu Mensch übertragen wird.
Es geht um die Sensationslust, die Lust nach der Angst, nach dem Ungewissen, nach Eilmeldungen von links nach rechts bei N24 und während "Sturm der Liebe" auf ARD.
Sinn macht das ganze nicht. Es stimmt einfach die Relation nicht. Ein Sommerloch ohne Sommer, dafür mit anstehenden Bundestagswahlen. Das gibt doch den Protektionisten und Panikmachern in der Politik richtig Zunder und wirkt wie das Bundestags-Koks in Politikernasen. Seek Hile!
Sonntag, 26. April 2009
Nur mal so
Ich wollte nur mitteilen, dass ich dabei bin, meinen ersten Roman zu schreiben und es wirklich gut voran geht.
Life is good. :)
Incubus - paper shoes
Life is good. :)
Incubus - paper shoes
Donnerstag, 23. April 2009
Offener Brief zum Thema Killerspiele
Aus (relativ) aktuellen Anlass poste ich nun einen offenen Brief von www.gefühlskonserve.de. Diesen Brief kann man sich auch anhören, siehe Link am Ende des Beitrags.
Vorschlag für einen offenen Brief von Videospielfans an Medien, Politik und Eltern zur “Killerspiel”-Debatte
Den Fans von Videospielen geht es wie vielen anderen, die die Debatte, die in der Folge des Massenmords von Winnenden losgetreten wurde, verfolgen: sie sind fassungslos und verärgert. Fassungslos hinsichtlich des Leids, welches ein scheinbar ganz normaler Jugendlicher mit der Pistole seines Vaters angerichtet hat. Verärgert darüber, wie nun versucht wird, diese Wahnsinnstat unter anderem damit zu erklären, dass Videospiele Jugendliche zu Killern machten.
Neue Medien gelten als suspekt. Das ist nicht nur bei Videospielen oder dem Internet so, sondern galt früher auch fürs Fernsehen, Film, Micky-Maus-Hefte (die als Schmutz- und Schund verunglimpft wurden) und Büchern. Angeblich hat schon Goethes “Die Leiden des jungen Werther” reihenweise junge Männer in den Selbstmord getrieben.
Sind Menschen Pawlowsche Hunde?
Die Diskussion läuft dabei immer nach dem gleichen Muster ab: einem neuen Medium, das viele nur vom Hörensagen kennen, wird vorgeworfen, junge Menschen zu verblöden. Das Reiz-Reaktions-Muster welches dieser Argumentation zugrunde liegt, ist das von Pawlow. Sind Menschen wie Hunde, die auf ein Signal hin zu sabbern anfangen? Nein. Die psychologische Forschung hat die Annahme, menschliches Verhalten könne sich über plumpe Reiz-Reaktions-Schemata erklären lassen, schon vor Jahrzehnten widerlegt.
Wir Videospiel-Fans appellieren an Journalisten, sich mit Spielen und der Gesetzeslage, über die sie berichten, professionell auseinanderzusetzen. Kennen Sie den Unterschied zwischen ab 18 Jahren freigegebenen und indizierten Spielen? Wissen Sie ob World of Warcraft ein Egoshooter oder ein Online-Rollenspiel ist und ob Counterstrike nur Gewalt enthält oder Gewalt verherrlicht? In der Vergangenheit haben wir oft erlebt, dass Journalisten all das nicht wussten und mittels ausgesuchter Experteninterviews ihre eigenen Vorurteile gegenüber Videospielen bestätigten.
Journalistische Sorgfaltspflicht
Bei genauem Hinsehen werden Sie, verehrte Journalisten, feststellen, dass es eine breite Palette an Psychologen, Medienpädagogen und Erziehungswissenschaftlern gibt, die nicht durch die Talkshows tingelt, keine lauten Verbotsschreie von sich gibt, sondern zur Differenzierung auffordert. Die journalistische Sorgfaltspflicht gebietet Ihnen ihre Recherche vorurteilsfrei und ergebnisoffen zu gestalten und in Konflikten beide Seiten darzustellen. Berichten Sie über die Erkenntnisse der Medienforschung, statt pauschal vorzuverurteilen. Warum erwähnen Sie überhaupt , dass der Massenmörder von Winnenden auch Computerspiele auf seinem Rechner hatte, wenn nicht bewiesen wurde, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Medieninhalten und Gewalttaten besteht?
Möglicherweise haben Sie das Gefühl, die negative Wirkung von Videospielen liege auf der Hand, weil viele jugendliche Attentäter gewalthaltige Games besaßen. Wenn sie annehmen, hier bestünde ein einwandfreier Kausalzusammenhang, dann ignorieren Sie, dass Millionen Menschen sich mit derartigen Medien beschäftigen und ein friedliches Leben führen. Die Schlussfolgerung, die Sie mit einem Satz wie “alle Attentäter beschäftigten sich mit Gewaltspielen” ihren Lesern/Hörern/Zuschauern aufnötigen, folgt der gleichen Pseudo-Kausalität, wie die Aussage “Alle Attentäter sahen gerne fern” oder “Alle Attentäter aßen gerne Kartoffeln”. Macht das Sinn, verehrte Journalisten?
Politikverdrossenheit durch Ignoranz und Populismus
Wir Videospiel-Fans appellieren an Politiker, reflexhafte Verbotsschreie nach Attentaten einzustellen. In Bierzelten mag das Applaus bringen, aber Sie machen sich bei den Millionen von wahlberechtigten Menschen, die sich besser mit Spielen auskennen als Sie, lächerlich. Ihre Erklärungsversuche und Schuldzuweisungen strotzen vor Ignoranz und Populismus. Sie schüren so - gerade bei jungen Leuten - die Politikverdrossenheit und Sie treiben Menschen, die noch wählen gehen, zu anderen Parteien.
Aus unserem Leben sind Medien nicht mehr wegzudenken. Warum haben wir immer noch keine regelmäßige Medienerziehung in den Schulen? Warum wird so wenig für die Aufklärung von Eltern bezüglich Medienwirkungsweisen und Medieninhalten getan? Warum wird zugelassen, dass unser Schulsystem aussortiert und frustriert und so eine hohe Zahl von Schulversagern produziert? Wie kann es sein, dass die einzige Anerkennung, die einzigen Erfolgserlebnisse, die manche Jungs erfahren aus Videospielen kommt? Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens und der Anerkennung in den Schulen und wir müssen uns bewusst werden, welche Verantwortung Eltern hinsichtlich des Medienkonsums ihrer Kinder haben. Hier sind Sie gefragt, verehrte Politiker.
Nachhaltige Politik nimmt die Eltern in die Pflicht
Wir haben eines der restriktivsten Jugendschutzgesetze der Welt in Deutschland und das ist auch gut so. Wenn dennoch Spiele, die nicht für Kinder bestimmt sind, von Kindern gespielt werden, woran liegt das dann? Eltern sind verantwortlich dafür, dass ihre Kinder gut ernährt, gekleidet, erzogen werden. Wenn sie ihre Kinder verwahrlosen lassen, ist das ein Fall fürs Jugendamt. Wenn aber Kinder stundenlang vorm Fernseher oder dem Computer sich mit Inhalten beschäftigen, die nicht für sie gemacht sind, wenn diese Kinder also medial verwahrlosen, wieso ignoriert man dann die Verantwortung der Eltern und ruft nach Verboten für Videospielen? Nachhaltige Politik, die nicht nur auf schnelle Aufmerksamkeit abzielt, schaut auf die Ursachen, nicht auf die Symptome und nimmt die Eltern in die Pflicht.
Wir Videospiel-Fans appellieren an Eltern sich mit ihren Kindern und den Medien, die sie begeistern, auseinander zusetzen. Wenn Sie ihren Kindern schon Fernseher, Spielkonsolen oder Computer ins Zimmer stellen, sollten sie auch wissen, was damit gemacht wird. Sie werden feststellen, dass viele Spiele wunderbare Geschichten erzählen, die begeistern und berühren. Sie werden feststellen, dass viele Spiele völlig friedlich sind. Sie werden feststellen, dass Spiele, in denen Gewalt vorkommt, Brutalität nicht um der Gewalt willen einsetzen, sondern als Handlungsaspekt einer Geschichte oder im Rahmen eines sportlichen Wettkampfs mit Teamcharakter.
Wenn ihr Kind aber auch Spiele besitzt, die erst ab 18 freigegeben oder gar indiziert wurden, so passiert das maßgeblich deshalb, weil Sie als Vater oder Mutter keinen oder zu wenig Überblick haben, was Ihr Kind eigentlich macht. Schauen Sie hin, haben sie Interesse und haben Sie den Mut Ihren Kindern Spiele, die nicht für Kinder gemacht wurden, wegzunehmen und zu verbieten. Die Verantwortung für ihre Kinder kann ihnen niemand abnehmen, nicht der Gesetzgeber und kein Zensor.
Gewaltverherrlichende Spiele sind bereits verboten in Deutschland
Es gibt in Deutschland komplexe, mehrstufige Restriktionen für Gewaltinhalte. Komplett verboten ist schon lange die Verherrlichung oder Verharmlosung von Gewalt (§ 131 StGb). Spiele oder andere Medien, auf die das nicht zutrifft, die aber dennoch geeignet sind, Kinder- oder Jugendliche in ihrer Entwicklung zu gefährden, werden von der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien indiziert (§ 18 JuSchG) und dürfen nicht beworben oder offen verkauft werden. Spielezeitschriften dürfen nicht mal Rezensionen mit den Namen von indizierten Spielen drucken. Zu kaufen sind sie nur für Erwachsene, die im Laden gezielt danach fragen, weil indizierte Spiele nicht offen in Geschäften ausliegen dürfen.
Spiele oder andere Medien, die nicht kinder- oder jugendgefährdend aber dennoch geeignet sind, Kinder- oder Jugendliche in ihrer Entwicklung zu beeinträchtigen, dürfen nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden (§ 14 JuSchG). Sie werden je nach Inhalt von der USK, der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, freigegeben ab 6, 12, 16 Jahren oder erhalten gar keine Jugendfreigabe (= Verkauf ab 18). Diese Spiele enthalten eine Kennzeichnung und dürfen normal beworben und in Geschäften präsentiert werden. Politiker, Journalisten oder andere, die fordern, gewaltverherrlichende Spiele müssten endlich verboten werden, verkennen, dass das schon der Fall ist (siehe oben).
Wir sind keine potentiellen Gewaltverbrecher oder Psychopathen
Bei einem Thema wie Jugendschutz und der Verhinderung von Gewalttaten ist es nicht nur wichtig, sondern absolut unerlässlich zu wissen, wovon man spricht. Da gibt es Leute, für die alleine schon der Verdacht, Videospiele könnten negative Einflüsse haben, genügt, um Verbote auszusprechen. Ob denen bewusst ist, dass sie damit die im Grundgesetz garantierte Meinungs- und Medienfreiheit mit Füßen treten, darf bezweifelt werden. Nur, was bringt es Spiele zu zensieren und zu verbieten, wenn der Nutzen dieser Restriktionen nicht erwiesen ist, sogar von den meisten Experten in Zweifel gezogen wird?
Wir Fans von Videospielen haben im Hinblick auf Games die Medienkompetenz, die vielen Journalisten, Politikern und leider auch Eltern abgeht. Viele von uns haben selbst Kinder, einige bloggen oder nutzen andere Web2.0-Techniken und nehmen so an der Debatte teil. Wir sind ganz normale Leute und wir sind viele. Wir wollen nicht mehr belogen und in die Nähe von Gewaltverbrechern und Psychopathen gerückt werden. Wir wünschen uns eine offene, auf Fakten basierende Diskussion. Hören Sie auf unsere Stimmen.
http://www.gefuehlskonserve.de/podcast-168-offener-brief-an-medien-politik-und-eltern-zur-killerspieldebatte-21032009.html
Vorschlag für einen offenen Brief von Videospielfans an Medien, Politik und Eltern zur “Killerspiel”-Debatte
Den Fans von Videospielen geht es wie vielen anderen, die die Debatte, die in der Folge des Massenmords von Winnenden losgetreten wurde, verfolgen: sie sind fassungslos und verärgert. Fassungslos hinsichtlich des Leids, welches ein scheinbar ganz normaler Jugendlicher mit der Pistole seines Vaters angerichtet hat. Verärgert darüber, wie nun versucht wird, diese Wahnsinnstat unter anderem damit zu erklären, dass Videospiele Jugendliche zu Killern machten.
Neue Medien gelten als suspekt. Das ist nicht nur bei Videospielen oder dem Internet so, sondern galt früher auch fürs Fernsehen, Film, Micky-Maus-Hefte (die als Schmutz- und Schund verunglimpft wurden) und Büchern. Angeblich hat schon Goethes “Die Leiden des jungen Werther” reihenweise junge Männer in den Selbstmord getrieben.
Sind Menschen Pawlowsche Hunde?
Die Diskussion läuft dabei immer nach dem gleichen Muster ab: einem neuen Medium, das viele nur vom Hörensagen kennen, wird vorgeworfen, junge Menschen zu verblöden. Das Reiz-Reaktions-Muster welches dieser Argumentation zugrunde liegt, ist das von Pawlow. Sind Menschen wie Hunde, die auf ein Signal hin zu sabbern anfangen? Nein. Die psychologische Forschung hat die Annahme, menschliches Verhalten könne sich über plumpe Reiz-Reaktions-Schemata erklären lassen, schon vor Jahrzehnten widerlegt.
Wir Videospiel-Fans appellieren an Journalisten, sich mit Spielen und der Gesetzeslage, über die sie berichten, professionell auseinanderzusetzen. Kennen Sie den Unterschied zwischen ab 18 Jahren freigegebenen und indizierten Spielen? Wissen Sie ob World of Warcraft ein Egoshooter oder ein Online-Rollenspiel ist und ob Counterstrike nur Gewalt enthält oder Gewalt verherrlicht? In der Vergangenheit haben wir oft erlebt, dass Journalisten all das nicht wussten und mittels ausgesuchter Experteninterviews ihre eigenen Vorurteile gegenüber Videospielen bestätigten.
Journalistische Sorgfaltspflicht
Bei genauem Hinsehen werden Sie, verehrte Journalisten, feststellen, dass es eine breite Palette an Psychologen, Medienpädagogen und Erziehungswissenschaftlern gibt, die nicht durch die Talkshows tingelt, keine lauten Verbotsschreie von sich gibt, sondern zur Differenzierung auffordert. Die journalistische Sorgfaltspflicht gebietet Ihnen ihre Recherche vorurteilsfrei und ergebnisoffen zu gestalten und in Konflikten beide Seiten darzustellen. Berichten Sie über die Erkenntnisse der Medienforschung, statt pauschal vorzuverurteilen. Warum erwähnen Sie überhaupt , dass der Massenmörder von Winnenden auch Computerspiele auf seinem Rechner hatte, wenn nicht bewiesen wurde, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Medieninhalten und Gewalttaten besteht?
Möglicherweise haben Sie das Gefühl, die negative Wirkung von Videospielen liege auf der Hand, weil viele jugendliche Attentäter gewalthaltige Games besaßen. Wenn sie annehmen, hier bestünde ein einwandfreier Kausalzusammenhang, dann ignorieren Sie, dass Millionen Menschen sich mit derartigen Medien beschäftigen und ein friedliches Leben führen. Die Schlussfolgerung, die Sie mit einem Satz wie “alle Attentäter beschäftigten sich mit Gewaltspielen” ihren Lesern/Hörern/Zuschauern aufnötigen, folgt der gleichen Pseudo-Kausalität, wie die Aussage “Alle Attentäter sahen gerne fern” oder “Alle Attentäter aßen gerne Kartoffeln”. Macht das Sinn, verehrte Journalisten?
Politikverdrossenheit durch Ignoranz und Populismus
Wir Videospiel-Fans appellieren an Politiker, reflexhafte Verbotsschreie nach Attentaten einzustellen. In Bierzelten mag das Applaus bringen, aber Sie machen sich bei den Millionen von wahlberechtigten Menschen, die sich besser mit Spielen auskennen als Sie, lächerlich. Ihre Erklärungsversuche und Schuldzuweisungen strotzen vor Ignoranz und Populismus. Sie schüren so - gerade bei jungen Leuten - die Politikverdrossenheit und Sie treiben Menschen, die noch wählen gehen, zu anderen Parteien.
Aus unserem Leben sind Medien nicht mehr wegzudenken. Warum haben wir immer noch keine regelmäßige Medienerziehung in den Schulen? Warum wird so wenig für die Aufklärung von Eltern bezüglich Medienwirkungsweisen und Medieninhalten getan? Warum wird zugelassen, dass unser Schulsystem aussortiert und frustriert und so eine hohe Zahl von Schulversagern produziert? Wie kann es sein, dass die einzige Anerkennung, die einzigen Erfolgserlebnisse, die manche Jungs erfahren aus Videospielen kommt? Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens und der Anerkennung in den Schulen und wir müssen uns bewusst werden, welche Verantwortung Eltern hinsichtlich des Medienkonsums ihrer Kinder haben. Hier sind Sie gefragt, verehrte Politiker.
Nachhaltige Politik nimmt die Eltern in die Pflicht
Wir haben eines der restriktivsten Jugendschutzgesetze der Welt in Deutschland und das ist auch gut so. Wenn dennoch Spiele, die nicht für Kinder bestimmt sind, von Kindern gespielt werden, woran liegt das dann? Eltern sind verantwortlich dafür, dass ihre Kinder gut ernährt, gekleidet, erzogen werden. Wenn sie ihre Kinder verwahrlosen lassen, ist das ein Fall fürs Jugendamt. Wenn aber Kinder stundenlang vorm Fernseher oder dem Computer sich mit Inhalten beschäftigen, die nicht für sie gemacht sind, wenn diese Kinder also medial verwahrlosen, wieso ignoriert man dann die Verantwortung der Eltern und ruft nach Verboten für Videospielen? Nachhaltige Politik, die nicht nur auf schnelle Aufmerksamkeit abzielt, schaut auf die Ursachen, nicht auf die Symptome und nimmt die Eltern in die Pflicht.
Wir Videospiel-Fans appellieren an Eltern sich mit ihren Kindern und den Medien, die sie begeistern, auseinander zusetzen. Wenn Sie ihren Kindern schon Fernseher, Spielkonsolen oder Computer ins Zimmer stellen, sollten sie auch wissen, was damit gemacht wird. Sie werden feststellen, dass viele Spiele wunderbare Geschichten erzählen, die begeistern und berühren. Sie werden feststellen, dass viele Spiele völlig friedlich sind. Sie werden feststellen, dass Spiele, in denen Gewalt vorkommt, Brutalität nicht um der Gewalt willen einsetzen, sondern als Handlungsaspekt einer Geschichte oder im Rahmen eines sportlichen Wettkampfs mit Teamcharakter.
Wenn ihr Kind aber auch Spiele besitzt, die erst ab 18 freigegeben oder gar indiziert wurden, so passiert das maßgeblich deshalb, weil Sie als Vater oder Mutter keinen oder zu wenig Überblick haben, was Ihr Kind eigentlich macht. Schauen Sie hin, haben sie Interesse und haben Sie den Mut Ihren Kindern Spiele, die nicht für Kinder gemacht wurden, wegzunehmen und zu verbieten. Die Verantwortung für ihre Kinder kann ihnen niemand abnehmen, nicht der Gesetzgeber und kein Zensor.
Gewaltverherrlichende Spiele sind bereits verboten in Deutschland
Es gibt in Deutschland komplexe, mehrstufige Restriktionen für Gewaltinhalte. Komplett verboten ist schon lange die Verherrlichung oder Verharmlosung von Gewalt (§ 131 StGb). Spiele oder andere Medien, auf die das nicht zutrifft, die aber dennoch geeignet sind, Kinder- oder Jugendliche in ihrer Entwicklung zu gefährden, werden von der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien indiziert (§ 18 JuSchG) und dürfen nicht beworben oder offen verkauft werden. Spielezeitschriften dürfen nicht mal Rezensionen mit den Namen von indizierten Spielen drucken. Zu kaufen sind sie nur für Erwachsene, die im Laden gezielt danach fragen, weil indizierte Spiele nicht offen in Geschäften ausliegen dürfen.
Spiele oder andere Medien, die nicht kinder- oder jugendgefährdend aber dennoch geeignet sind, Kinder- oder Jugendliche in ihrer Entwicklung zu beeinträchtigen, dürfen nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden (§ 14 JuSchG). Sie werden je nach Inhalt von der USK, der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, freigegeben ab 6, 12, 16 Jahren oder erhalten gar keine Jugendfreigabe (= Verkauf ab 18). Diese Spiele enthalten eine Kennzeichnung und dürfen normal beworben und in Geschäften präsentiert werden. Politiker, Journalisten oder andere, die fordern, gewaltverherrlichende Spiele müssten endlich verboten werden, verkennen, dass das schon der Fall ist (siehe oben).
Wir sind keine potentiellen Gewaltverbrecher oder Psychopathen
Bei einem Thema wie Jugendschutz und der Verhinderung von Gewalttaten ist es nicht nur wichtig, sondern absolut unerlässlich zu wissen, wovon man spricht. Da gibt es Leute, für die alleine schon der Verdacht, Videospiele könnten negative Einflüsse haben, genügt, um Verbote auszusprechen. Ob denen bewusst ist, dass sie damit die im Grundgesetz garantierte Meinungs- und Medienfreiheit mit Füßen treten, darf bezweifelt werden. Nur, was bringt es Spiele zu zensieren und zu verbieten, wenn der Nutzen dieser Restriktionen nicht erwiesen ist, sogar von den meisten Experten in Zweifel gezogen wird?
Wir Fans von Videospielen haben im Hinblick auf Games die Medienkompetenz, die vielen Journalisten, Politikern und leider auch Eltern abgeht. Viele von uns haben selbst Kinder, einige bloggen oder nutzen andere Web2.0-Techniken und nehmen so an der Debatte teil. Wir sind ganz normale Leute und wir sind viele. Wir wollen nicht mehr belogen und in die Nähe von Gewaltverbrechern und Psychopathen gerückt werden. Wir wünschen uns eine offene, auf Fakten basierende Diskussion. Hören Sie auf unsere Stimmen.
http://www.gefuehlskonserve.de/podcast-168-offener-brief-an-medien-politik-und-eltern-zur-killerspieldebatte-21032009.html
Mittwoch, 22. April 2009
Neulich im Entwurf des SPD Programm...
...las ich einen Passus, der mich reizte, hier etwas zu schreiben.
"Impulse geben. Mit den beiden Konjunkturprogrammen in Höhe von mehr als 80 Milliarden Euro geben wir kräftige Impulse für das Wachstum, die vor allem in den Kommunen ankommen und Jobs bei kleinen und mittleren Unternehmen sichern." schreibt die SPD. 80 Milliarden hört sich viel an. Nur leider ist davon kaum etwas ausgegeben.. Denn die meisten dieser Mittel fließen ja geplant erst ab der Jahresmitte, ein Großteil erst im nächsten Jahr. Die, von der SPD, suggerierte "schnelle Hilfe", ist alles andere als schnell. Sie kommt schleichend und für eine solch tiefe und heftige Krise halte ich das nicht für angemessen.
Dagegen spräche die Umweltprämie, im Volks- und Politikermund Abwfrackprämie. Sie nutzt überwiegend ausländischen Firmen und wird mittelfristig zu Absatzproblemen bei den Autofirmen führen, da sich der ausgelöste Boom aus vorgezogener Nachfrage speist. Opel hilft er allerdings kurzfristig über Liquiditätsprobleme hinweg, ohne das unternehmerische Problem von General Motors zu lösen. Unter uns: Wer braucht schon Opel? WIr haben in Deutschland mit BMW, Mercedes, Audi, VW und Porsche tolle Automarken, wozu noch Opel. Wozu Opel retten? Opel ist so eng mit GM vernetzt, dass eine Herauslösung kaum möglich ist. Und selbst wenn: Warum sollte das der Staat tun und wahrscheinlich sehr viel Geld investieren, das er später oder gar nicht wieder zurückbekommt? Die Automobilindustrie hat enorme Überkapazitäten; daher wäre es marktwirtschaftlich völlig physiologisch, wenn GM mit Opel gepflegt in die Insolvenz ginge. Und im übrigen auch am sozialsten. Der Staat kann eben nicht alles, erst recht kein Unternehmen retten, deren Zeiten gekommen sind. Ob es die Krise nun mitverschuldet hat oder nicht, ist erstmal nicht relevant. Genauso wie, so hart es klingt, die Einzelschicksale der Belegschaft. Wobei nicht gesagt ist, dass eine Insolvenz gleichbedeutend mit dem Aus der Unternehmens ist.
"Impulse geben. Mit den beiden Konjunkturprogrammen in Höhe von mehr als 80 Milliarden Euro geben wir kräftige Impulse für das Wachstum, die vor allem in den Kommunen ankommen und Jobs bei kleinen und mittleren Unternehmen sichern." schreibt die SPD. 80 Milliarden hört sich viel an. Nur leider ist davon kaum etwas ausgegeben.. Denn die meisten dieser Mittel fließen ja geplant erst ab der Jahresmitte, ein Großteil erst im nächsten Jahr. Die, von der SPD, suggerierte "schnelle Hilfe", ist alles andere als schnell. Sie kommt schleichend und für eine solch tiefe und heftige Krise halte ich das nicht für angemessen.
Dagegen spräche die Umweltprämie, im Volks- und Politikermund Abwfrackprämie. Sie nutzt überwiegend ausländischen Firmen und wird mittelfristig zu Absatzproblemen bei den Autofirmen führen, da sich der ausgelöste Boom aus vorgezogener Nachfrage speist. Opel hilft er allerdings kurzfristig über Liquiditätsprobleme hinweg, ohne das unternehmerische Problem von General Motors zu lösen. Unter uns: Wer braucht schon Opel? WIr haben in Deutschland mit BMW, Mercedes, Audi, VW und Porsche tolle Automarken, wozu noch Opel. Wozu Opel retten? Opel ist so eng mit GM vernetzt, dass eine Herauslösung kaum möglich ist. Und selbst wenn: Warum sollte das der Staat tun und wahrscheinlich sehr viel Geld investieren, das er später oder gar nicht wieder zurückbekommt? Die Automobilindustrie hat enorme Überkapazitäten; daher wäre es marktwirtschaftlich völlig physiologisch, wenn GM mit Opel gepflegt in die Insolvenz ginge. Und im übrigen auch am sozialsten. Der Staat kann eben nicht alles, erst recht kein Unternehmen retten, deren Zeiten gekommen sind. Ob es die Krise nun mitverschuldet hat oder nicht, ist erstmal nicht relevant. Genauso wie, so hart es klingt, die Einzelschicksale der Belegschaft. Wobei nicht gesagt ist, dass eine Insolvenz gleichbedeutend mit dem Aus der Unternehmens ist.
Ausschnitte aus einem Brief IV
".... Was erwartest Du eigentlich? Dass ich Dir verzeihe? Nach alle dem was Du mir angetan hast? Nach alle dem? Wie ich gelitten habe und wie ich immer noch leide? Das kann doch nicht Dein ernst sein...Ich kann nicht glauben, dass Du dein Verhalten entschuldigen willst. Du kannst vielleicht "Es tut mir leid" sagen und Du kannst es auch wirklich ernst meinen, womöglich könnte ich Dir das auch glauben, aber Du wirst mir niemals meinen Schmerz vergessen lassen. Ich war am Boden, ganz unten und auch jetzt noch geht es mir nicht gut. Das ist alles Dein Werk. Ich wollte sterben, verstehst Du das? So weit hast Du mich gebracht, so tief bin ich also gesunken.
Und du glaubst ein " Es tut mir leid" würde irgendetwas ändern... Wie naiv bist Du..."
Und du glaubst ein " Es tut mir leid" würde irgendetwas ändern... Wie naiv bist Du..."
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