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Montag, 5. Januar 2009

Neulich im Radio

Ich mag Radio nicht. Meist schlechte Musik, die sich so oft wiederholt, dass man sie gar nicht mehr wahrnimmt. Bis man die schlechten Melodien immer wieder hört. Überall. Beim scheißen, an der Kasse von Rewe in der Schlange, beim Schlafen, beim aufwachen. . Ich kann mich an keinen Titel erinnern, die ich heute im OP gehört habe, obwohl ich vermutlich jeden Track schon mal gehört habe. (Ja, auch außerhalb von TV Ärzten hören Operateure Musik während der Eingriffe)
Vor allem aber mag ich die Radiomoderatoren nicht. Welchen Dünnschiss diese Menschen verzapfen, ist manchmal kaum zu glauben. Das Top Thema heute im Radio war: Der sensationelle Wintereinbruch. Der so unvorhersehbar war, dass selbst Jörg Kachelmann Tage vorher vor heftigen Schneefällen gewarnt hat. Doch das wurde ignoriert. Zu guter letzt spracht der Moderator von "winterlichen Temperaturen" und fand das gerade zu sensationell. So weit ist es mit dem Klimawandel doch nicht, dass Schneefall im Winter als eine Sensation gilt.
Es gibt auch normale Moderatoren und normale Musiksender. Meist sind es die Klassiksender, Deutschlandfunk. Hervorragend sind auch die Deluxe Radiosender des Musikkanals Deluxe Music. Oder Peppermint fm.
Sicherlich gibt es noch mehr solcher kleiner Schmuckstücke. (V.a. via Satellit). Doch v.a. die unsäglichen Regionalradiosender verderben mir bisweilen den Spaß.
Ein wenig.

Sonntag, 4. Januar 2009

Emanzipation

Ich habe schon früher immer gerne über "Emanzipation" gesprochen. Dabei ging es mir weniger um den Wohlfühlbegriff für alle Linken, also die Emanzipation der Frau, sondern ganz allgemein um das Wort. Und nicht zuletzt hieß mein Fastbestseller, mein unveröffentliches und verschwundenes Buch "Emanzipation der Werte". Das Freimachen, loslösen von verkrusteten Strukturen.
Doch alles fängt im kleinen an. Das edle Ziel der Emanzipationen aus Gesellschaftsstrukturen erweist sich in Wahrheit als ein äußerst mühsamer und unbequemer Prozess. Zunächst wird ein Missverhältnis erkannt. Alleine die Erkenntnis ist so knüppelhart. Wer gibt schon zu, dass ein Teil seines Lebens, das er bis dato geführt hat, sich als altbacken erwies. All das kann nur durch die eisernen Beständigkeit der Reflexion gelingen, eine Eigenschaft, die so simpel und gleichzeitig so einfach ist. Und trotzdem reflektieren so viele.
Hat man den Missstand erst erkannt und ist man gewillt ihn zu ändern, muss man diesen Willen nur noch als eine Art Generalwillen den anderen Menschen erklären. Die Emanzipation muss bei allen relevanten Gruppen ankommen. Nur wenn die Notwendigkeit einer radikalen Veränderung bei allen Beteiligten angekommen ist, kann diese gelingen. Gelungen ist sie in den wunderbaren Errungenschaften der 68ziger Bewegung wie das Anerkennen von Homosexualität. Zwar werden Homosexelle durch den § 175 StGB weiterhin gegenüber Heterosexuellen benachteiligt, dennoch verschwanden Worte wie "Unzucht" und "widernatürlich". Heute ist Homosexualität in Deutschland glücklicherweise nicht mehr eine Straftat.
Dies ist ein Beispiel einer gelungenen Emanzipation. Als eine gescheiterte Emanzipation kann man die immer noch herrschende Ungleichheit von Löhnen zwischen Männder und Frauen bei gleichen Berufen.
Emanzipation ist also kein Wort, das die Frauenbewegung für sich gepachtet hat. Emanzipation ist wahrscheinlich die wichtigste und umstrittenste Begrifflichkeit und Handlungsweise in einer Gesellschaft.

Samstag, 3. Januar 2009

Israel

Israel steht im Krieg. Und wie immer wenn das Land das tut, ist die Welt entrüstet. Voller Unverständnis für das Gallische Dorf in mitten dem römischen Reich. Die Demokraten, doch noch viel mehr die Ausgeburt des Westens, die Juden, sitzen im Land, dass doch den Antiwestlichen, den Muslimen und Islamisten gehört. Moralisch natürlich nur, denn faktisch, das heißt völkerrechtlich ist Israel ein anzuerkennender Staat. Doch das zählt für sie nicht, obwohl sie doch Luxemburg als eigenen Staat anerkennen, falls sie es kennen. Wahrscheinlicher ist, dass sie Luxemburg für eine schweizer Versicherung halten.
Die Welt bleibt entrüstet und voller Unverständnis. Klaus Kleber entrüstet sich, Jürgen Hodentöter echauffiert sich und beruft sich auf seinen "seinen Freund Karsai", gewissermaßen sein Kronzeuge, sein Alibi für alles, vor allem für seinen pazifistischen Schwachsinn. Alle brüskieren sich. Doch worüber? Dass ein Land die ständigen Raketenanschläge nicht einfach auf sich beruhen lässt? Dass eine Regierung es nicht zulässt, dass ihre Bevölkerung in Gefahr bleibt? Dass sich ein Land schlicht selbst verteidigt? All das will man Israel vorwerfen?
Selbst die politische Linke in Israel war für den Krieg. Sie hatten keine Wahl und sie müssen diesne Krieg bis zum Ende durchziehen, die Terroristen entwaffnen oder zu töten. Was sonst bleibt Israel übrig.
Auch wenn ich mir damit keine Freunde machen werde: Ich halte den Krieg für wichtig und es wäre ein Fehler, ihn nicht bis zum Ende durchzuziehen.
Aber das alles kümmert den Nachrichtensprecher Kleber nicht. Er setzt lieber die Hamas mit dem Staat Israel gleich und die Deutschen nicken dazu. Obwohl die unglaublich schwierige Situation von Israel nachvollziehbar ist.

Freitag, 2. Januar 2009

keine Worte

Nicht alleine und doch einsam.
Nicht traurig, doch bedrückt.

Nicht schreien und doch weinen.
Nicht hassen und doch verachten.
Nicht gleichgültig und doch antriebslos sein.

Nicht sterben und nicht leben.

Nicht wissen, was man fühlt.
Und nichts glauben, was man fühlt.
Wenn man meint, nichts zu fühlen.
Oder glaubt, nichts zu fühlen.
Was um einen geschieht.

Wenn man keine Worte findet,
für das unausgesprochene.
Und es doch ausdrucken möchte,
weil es einen selbst ausdrückt.
Wenn der Schatten seiner selbst,
ihm die Sonne nimmt.
Und der eigene Atem,
zum Zyklon B wird.

Wenn man keine Worte findet.

Der Mann und das Mädchen

"Dachtest du, es würde sich etwas ändern?" Der Mann sah das Mädchen ungläubig an. "Dachtest du das wirklich? Ich meine, du bist jung und weiblich, naiv -aber doch nicht so.. naiv, meinte ich, nicht weiblich" Der Mann lachte strich sich über sein Haar, bzw. das, was noch davon übrig geblieben war.
"Im Gegensatz zu dir, glaube ich an Veränderung. Im Gegensatz zu dir, versuche ich etwas zu ändern, als wie ein, ein, ein Käfer auf dem Rücken zu liegen. Doch nicht strampelnd, sondern lachend resigierend." Das Mädchen schien wütend zu sein. Doch das störte den Mann nicht.
"Weißt du, Cheri..." "Nenn mich nicht so!" unterbrach ihm das Mädchen verärgert. "Ich bin nicht dein Cheri, dein Darling und auch nicht dein Honey Bunny. Und ich bin auch nicht deine allseits bereite Gummipuppe, hast du verstanden?"
"ho, ho, ho, ist ja gut... ich wollte ja nur...." "Halt einfach deinen Mund."
Das Mädchen setzte zugegebenermaßen pathetisch, wenn auch Sinn für den passenden Abgang ihre Sonnenbrille auf, nahm ihren Mantel und verließ das Zimmer.
Wieder lachte der Mann. Warum, wusste er selbst nicht.

The Fall of Andrea Ypsilanti

Es ist ja so viel passiert, in der Zeit, als dieser Blog und damit gewissermaßen auch eine moralische Säule des Internets schwieg.
Andrea Ypsilanti scheitert an ihrer eigenen Glaubwürdigkeit und verpasst nun ihr Wahlziel Nummer 1: Roland Koch abzuwählen. Und das nur zur Inszenierung ihrer Selbst, ihrer fast schon abstoßenden Machtgeilheit.Und es ist eine Schande für die SPD Fraktion, dass es nur vier Abweichler gab und nicht 24. Aber gut, Ypsilanti ist Geschichte und ihre neue Brille, wie es die Welt am Sonntag titulierte, TSG, steht bereit zur Schadensbegrenzung. Schäfer-Gümpel ist ein Guter, verkauft sich und seine Partei hervorragend, viel besser, als sie wirklich ist. Trotzdem würde es mir schwer fallen, ihn zu wählen. So steht er doch für eine Politik, deren Tage gezählt ist. Sie wird "links" und "progressiv" getauft, doch ist sie das Gegenteil davon. Rückwärtsgewandt, orientiert an Konzepten aus vergangen Tagen, gepaart mit neuen Konzepten, deren Sinn für die Problematik im Land schlicht fehlt.
Ich bin froh, dass Ypsilanti gescheitert ist. Wegen ihrer Unglaubwürdigkeit und wegen ihrer ,meiner Ansicht nach, völlig falschen Politik.

2009

Dieter Althaus liegt im Koma. Er hat sich beim Skifahren verletzt.
Deutschland schlittert in die Rezession. Zwischen 0,8 und 2,8% Minuswachstum wird vorausgesagt.
Die Vanity Fair Leser (Deutschland) haben Tokio Hotel zu den wichtigsten Deutschen gewählt.
Hugh Jackman (Für meinen Bruder: Der Wolverine)ist der amtierende sexiest man alive.

Und ich, ich bin zufrieden.


Und freue mich auf 2009