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Dienstag, 12. April 2011

Noch einmal Peters

Wenn wir schon dabei sind: "Tödlicher Irrtum" war mein 2. RAF Buch. Nach der Baader Biografie, die ich mich hätte schenken können und "Die Geschichte der RAF" von Willi WInkler kaufte ich mir Anfang des Jahres, nachdem Jan Fleischhauer vom Spiegel dies empfohlen hatte. Und ich muss sagen, ich finde es das beste RAF Buch. Zwar ist der Stil an einigen Stellen holprig, aber 2 Jahre Spiegel Abo haben bezüglich Didaktik und Stil gute Vorarbeit geleistet. Peters Buch ist gut, sehr gut sogar. Unfassbar detailliert - nichts, was man in 3-4 Tagen liest. Das ganze verfasst er in einer angemessenen, geschichtlichen Distanz. Dennoch lässt er es nicht, sein Urteil preiszugeben. Als "armselig" bezeichnet er den 510-zeiligen Abgesang auf den bewaffneten Kampf 1998 "Kein Wort an die Angehörigen. Und kein Wort an die von ihr Verstümmelten (…). Ein armseliger Abgang."
Dazu fällt mir nur noch der Würzburger Claudius Seidl ein. "Alles was die RAF zu sagen hatte, haben sie mit ihren Waffen gesagt. Der Rest war bloses Geschwätz".

In diesem Sinne; kaufen.


:)

Peters über das Arsch

Der großartige Butz Peters, ehemaliger Aktenzeichen XY Moderator, für mich v.a. bekannt als Autor des RAF Buchs "Tödlicher Irrtum.".

Heute schreibt er über den Plagiatsbaron im Spiegel:

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,756367,00.html

Europäische Einzugsermächtigung

Dass die Euro-Rettung teuer würde, darauf hat man sich in Deutschland eingestellt. Im Land des nationalen Devotismus, des politischen Einknickens auf internationalem Pakett. Das größte europäische Geberland hat im Verhältnis dazu ein signifikant geringes Mitentscheidungsrecht. Und das liegt auch an dieser Regierung.
Nun moniert der Bundesrechnungshof, die Währungsrettung könnte teurer werden. Sehr viel teurer. So ist es möglich, dass Deutschland Bargeld zuschießen muss, ohne dass irgendeiner Instanz dies absegnen müsste. Quasi eine Einzugsermächtigung.

Glück auf: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,756530,00.html

Ausstieg aus der Kernkraft

Preiserhöhung, mehr Wettberwerb und ein Aktionzugewinn bei der Solarbranche_ Was passiert beim Ausstieg aus der Kernenergie?
Die Financial Times zeigt auf, was eine "ruckartige" Abkehr von der Kernkraft für Deutschland bedeutet.
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:ausstieg-aus-kernkraft-was-die-energiewende-fuer-den-strommarkt-bedeutet/60035348.html

Hier das Wichtigste


Auswirkung auf den Wettbewerb

Wettbewerbsexperten rechnen damit, dass sich die Konkurrenz im Strommarkt durch einen vorgezogenen Atomausstieg erhöht.
(...)Das Bundeskartellamt wertete die Verlängerung in einem Bericht im Januar 2011 marktstrukturell als "Nachteil". Würden bei einer Energiewende, wie ursprünglich vorgesehen, alle AKW bis voraussichtlich 2024 abgeschaltet, gehen die deutschen Wettbewerbshüter von einer frei werdenden Erzeugungskapazität von 20.000 Megawatt aus. Dann könnten rund 23 Prozent der Marktanteile von alternativen Anbietern besetzt werden.

Energiepreise


Um bei einem Komplettaustieg aus der Atomenergie die Stromversorgung kurzfristig zu sichern, müssen zunächst die weniger umweltfreundlichen Erzeugungsmethoden zum Einsatz kommen. Dafür müssen die deutschen Versorger zusätzliche Emissionszertifikate kaufen, die sich nach Ansicht von Energieexperten verteuern dürften. Das könnte ebenfalls zu Preiserhöhungen führen.


WO der Strom herkommt


Es gehe im Schnitt um Stromeinfuhren von 2500 Megawattstunden am Tag, sagte der Netzagentur-Chef jüngst der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". In erster Linie komme dieser Importstrom aus Frankreich und Tschechien, die Elektrizität in hohem Maße aus Kernkraft gewinnen. Auch Polen sei Energielieferant.
Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, hält einen kompletten Ausstieg aus der Atomenergie 2017 für möglich. Bis 2050 lasse sich der komplette Strombedarf Deutschlands aus erneuerbaren Energien decken, sagte er kürzlich der "Süddeutschen Zeitung". In den folgenden zwei Jahren könnten demnach durch ein verbessertes Spitzenlast-Management und Kapazitätsausbau 5000 bis 6000 Megawatt frei werden. Beides zusammen ermögliche bis 2013 die Abschaltung weiterer vier Kernkraftwerke.

Wer profitiert?

Das Atom-Moratorium beflügeln in erster Linie die Branche der Ökostrom-Anbieter. So kletterte der Conergy -Kurs nach der Katastrophe in Fukushima zeitweise um 100 Prozent, Solarworld schafften immerhin satte 38 Prozent.



Dies sind nur einige Prognsen bezüglich des Ausstiegs. Die wichtigste Frage wird nun sein, welche Regierung wird am Schalthebel der Macht sein; welche Regierung wird "wie" den Ausstieg vollziehen. Denn eines ist klar: Es gibt in Deutschland so etwas wie eine Allparteienkoalition - die Partei der Atomgegner. In keinem anderen Land ist die Gegnerschaft so groß, wie sie hierzu Lande gegen die Kernenergie ist. Es geht schon gar nicht mehr um das "ob", es geht schlicht um das "wie" und "wann.". Es wird so getan als wären ökonomische Interessen per se konträr gegenüber "sozialen", "menschlichen" (obwohl sie sich oft genug decken)Sachlichkeit spielt schon lange keine entscheidende Rolle mehr.

Montag, 11. April 2011

Deutschlands Matrazen

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/matratzenlager_ueberall/


unfassbar, mein Gedanke - das was ich mich schon seit Jahren frage!


"Das ist zunächst einmal ein demografisches Wunder: Die Deutschen werden weniger, ihr Matratzenbestand aber offensichtlich mehr. Und dies obwohl - so kürzlich eine Pressemeldung - der Durchschnittseuropäer statistisch dreimal häufiger den Sexpartner wechselt als seine Matratze. Was machen die Leute also mit den ganzen Schlafunterlagen? Ihre alte D-Mark darin verstecken (die Bundesbürger sollen ja noch über zehn Milliarden davon horten)? Ist die oft beklagte “soziale Hängematte” in Wirklichkeit eine Matratze von “Matratzen Concord”? Oder steckt eine geheimnisvolle Matratzenverschwörung dahinter? Aufmerksame Zeitgenossen diskutieren bereits den rätselhaften Umstand, dass Matratzengeschäfte bevorzugt in Eckläden untergebracht sind.

Das Arschloch ist zurück

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:plagiatsaffaere-guttenberg-ist-ein-schlechter-verlierer/60037642.html


"Das ist für Guttenberg dann doch zu viel des Guten, also muss der Rechtsanwalt ran. Doch in dem Vorgang und dem Urteil der Uni eine Vorverurteilung zu sehen, verdient das Wort, das Guttenberg wählte, als er die Plagiatsvorwürfe erstmals zurückgewiesen hatte: abstrus. Man kann sich im Internet auf der Seite "GuttenPlag Wiki" ansehen, wo Guttenberg abgepinnt hat, mal direkt, mal schlecht verfremdet. Dort wird der Ex-Doktor quasi Klick für Klick bloßgestellt. Das Ergebnis der
Hochschule ist also nur logisch. Dass Guttenberg es nicht veröffentlicht sehen will, macht ihn zum schlechten Verlierer."

Klimaschutzziele und der Wille zur Unglaubwürdigkeit

Unions-Bundestagsfraktionsvize Christian Ruck (CSU) kritisierte, Klima- und Naturschutz kämen im Wettlauf um neue Konzepte viel zu kurz. "Wir müssen aufpassen, dass unsere Klimaschutzziele nicht fallen gelassen werden", sagte er der "Financial Times Deutschland". Die Aussetzung der Laufzeitverlängerung habe zur Folge, dass Deutschland Versorgungslücken nicht nur mit Atomstrom aus Nachbarstaaten, sondern auch mit der stärkeren Produktion und dem Import von Kohlestrom fülle.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,756170,00.html


Dies ist kein unwichtiger Aspekt und unter anderem der Grund, warum Belgien und Finnland vom Atomausstieg abgesehen haben. Es geht um die Frage, was wichtiger ist: Längst verlorene Wähler zu gewinnen, die eigene Unglaubwürdigkeit zu untermauern oder wirklich etwas für die ehreizigen Klimaziele zu tun. Und spielt die Atomennergie eine wichtige Rolle. Die europäischen Emissionsziele ohne Atomkraft zu erreichen, grenzt an ein ökonomisches Harakiri, dessen Risiko nichts zuletzt die Endverbraucher zu tragen haben, wenn die Kosten für Strom und nicht zuletzt auch für Öl (und damit Gas) steigen.